|
Das Lied der Franken (viktorisch verscheffelt)
Dool auf, di Suffd freggd britschergrein
Weer Bambl litzd, schußd Grosdn;
Mibbm brollin, habblin Hobberdreim
Bäßd Blunz zum Grimmlwoschdn.
Fesd seichdmis Gwaaf un Spoddnsglaasd
Vo dooglerd Schuggerdootschn
Pfliech dilln zergwaadschda Glumbergfraasch
Schind Flann im Gstank zer Pflootschn.
Zergnalld bleeds Gmied, di Gsachd schlehd gruhd
Gleerissi Boorn un Graadschn;
Blieh gremmern nauf, derlahna Druud
Minn Schlaafn Daum derhaadschn.
Heid geggds an Dauch im Grebbsdn zamm
Di Blunzn schmadd ihrn Weefers;
Zerschwindsda Glutz fern Grindlstamm
Dermeerd in zergranschdn Reefers.
Glumb schwelgs Scheidla Grafflschleim
Kuhschiech verbemmsd Gediegl
Zum Steeberschlambl ummern Gsaim
In heigeingschießin Niegl;
Im zammgwerchdn grisdgrumma Braadgeldglau
Drumm Bloona, Gerch un Schiegl
Di beidld, gloofvergollichd Schau
Miech gwollerds, miech pfuggsln di Wiegl.
Eine Aufnahme dieses Gedichtes mit Musikbegleitung hören Sie
unter der Rubrik Audio. Das Stück ist Helmut Haberkamms CD Frankn
lichd nedd am Meer und mehr und mehr entnommen (ars vivendi verlag
Cadolzburg, 1997).
Als Vorlage diente Helmut Haberkamm das berühmt-berüchtigte
Frankenlied von Viktor von Scheffel, das ein kitschig-sentimentales Landschaftsbild
entwirft, das, - sieht man einmal von den Ortsnamen ab -, ebenso auch
fast jede andere Region beschreiben könnte. Kann man mit dem Hochdeutschen
überhaupt eine Gegend wie Franken angemessen einfangen? Zum Vergleich
hier der Originaltext aus dem 19. Jahrhundert, den Haberkamm "viktorisch
verscheffelte".
Das Lied der Franken
Wohlauf, die Luft geht frisch und rein,
Wer lange sitzt muß rosten.
Den allerschönsten Sonnenschein
Läßt uns der Himmel kosten.
Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid
Der fahrenden Scholaren,
Ich will zu guter Sommerszeit
Ins Land der Franken fahren!
Der Wald steht grün, die Jagd geht gut,
Schwer ist das Korn geraten;
Sie können auf des Maines Flut
Die Schiffe kaum verladen.
Bald hebt sich auch das Herbsten an,
Die Kelter harrt des Weines;
Der Winzer Schutzherr Kilian
Beschert uns etwas Feines.
Zum heilgen Veit vom Staffelstein
Komm ich emporgestiegen
Und seh die Lande um den Main
Zu meinen Füßen liegen:
Von Bamberg bis zum Grabfeldgau
Umrahmen Berg und Hügel
Die breite, stromdurchglänzte Au.
Ich wollt, mir wüchsen Flügel!
Text: Viktor von Scheffel (1826-1886)
Melodie: Valentin Eduard Becker (1814-1890)
|